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Dein PIN ist 1234?!
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# Die nackte Wahrheit über PINs: Warum die Hälfte von euch gerade nervös geworden ist
Okay, Leute. Bevor ihr jetzt lacht und denkt „Haha, dieser Jonny, so dumm ist doch keiner" – lasst uns kurz innehalten. Denn die Statistiken erzählen eine andere Geschichte. Und die ist ungefähr so lustig wie ein Bluescreen mitten in der Bachelorarbeit.
Eine Analyse von über 3,4 Millionen geleakten PINs hat gezeigt, dass fast 11 % aller Nutzer die PIN 1234 verwenden. Elf. Prozent. Das ist jeder Neunte. An zweiter Stelle? 1111. Danach 0000. Dann 1212, 7777, und so weiter. Zusammengenommen decken die Top 20 der beliebtesten PINs rund 27 % aller genutzten Kombinationen ab. Das bedeutet: Wenn jemand euer Handy klaut und einfach die zwanzig häufigsten PINs durchprobiert, hat er bei mehr als jedem vierten Gerät Erfolg.
Lasst das mal sacken.
# Warum unser Gehirn bei PINs komplett versagt
Das Problem ist nicht, dass ihr dumm seid. Naja, manche vielleicht – aber das Hauptproblem liegt tiefer. Unser Gehirn ist schlicht nicht dafür gemacht, sich Dutzende zufällige Zahlenfolgen zu merken. Wir suchen nach Mustern, nach Bedeutung, nach Eselsbrücken. Und genau deshalb greifen so viele Menschen zu:
- Tastaturmustern (1234, 2580 – das ist die mittlere Spalte auf dem Nummernfeld)
- Geburtsjahren (1987, 1995, 2001 – alle extrem häufig in PIN-Datenbanken)
- Wiederholungen (1111, 5555, 0000)
- Beziehungsdaten (Hochzeitstag, Geburtstag der Kinder)
Das Problem dabei: All diese Informationen sind entweder leicht zu erraten oder lassen sich über Social Media herausfinden. Euer Geburtstag steht auf Facebook, euer Hochzeitstag auf Instagram, und euer Geburtsjahr… naja, das kann man oft einfach schätzen.
# „Aber wer will denn schon MEIN Handy hacken?"
Diesen Satz hört Nova mindestens dreimal pro Woche – meistens von Jonny. Und die Antwort ist so simpel wie ernüchternd: Es geht nicht darum, ob jemand speziell DICH hacken will. Es geht darum, was passiert, wenn jemand es kann.
Mal ehrlich: Was ist alles auf eurem Handy?
- Banking-Apps (manche davon mit biometrischer Anmeldung, die nach PIN-Eingabe umgangen werden kann)
- E-Mail-Zugang (und damit Passwort-Reset für quasi ALLES)
- Messenger-Verläufe (privat und beruflich)
- Fotos (no comment)
- Passwort-Manager (die Ironie, wenn die Master-PIN 1234 ist, verdient einen eigenen Artikel)
- 2-Faktor-Authentifizierung (wenn jemand euer Handy hat UND die PIN kennt, ist 2FA plötzlich wertlos)
Euer Smartphone ist nicht einfach ein Telefon. Es ist der Generalschlüssel zu eurem digitalen Leben. Und diesen Generalschlüssel sichert ihr mit 1234? Das ist, als würdet ihr einen Tresor mit einem Kabelbinder abschließen.
# Die häufigsten Ausreden – und warum sie Quatsch sind
„Eine vierstellige PIN hat 10.000 Kombinationen, das reicht doch!"
Theoretisch ja. Praktisch nein. Denn wenn ihr eine der Top-100-PINs nutzt, schrumpft der effektive Sicherheitsraum dramatisch. Und moderne Brute-Force-Tools bei gestohlenen SIM-Karten oder extrahierten Datenbanken arbeiten die häufigsten Kombinationen zuerst ab. Nicht von 0000 bis 9999 der Reihe nach – sondern nach Wahrscheinlichkeit sortiert.
„Ich hab ja noch Fingerabdruck/Face ID!"
Stimmt, und das ist großartig. Aber: Nach einem Neustart, nach mehreren fehlgeschlagenen biometrischen Versuchen oder nach einer bestimmten Zeit ohne Nutzung wird trotzdem die PIN abgefragt. Die PIN ist immer das Fallback. Und ein Fallback ist nur so stark wie… naja, ihr wisst schon.
„Ich kann mir keine zufällige PIN merken!"
Doch, könnt ihr. Kommt gleich.
# So erstellt ihr eine PIN, die tatsächlich etwas taugt
Hier kommen die konkreten Tipps – Nova-approved, Jonny-getestet (er hat dreimal geweint, aber es am Ende geschafft):
### 1. Nutzt sechs Ziffern statt vier
Die meisten Smartphones bieten die Option, einen sechsstelligen PIN einzurichten. Damit steigt die Zahl der Kombinationen von 10.000 auf 1.000.000. Das ist ein massiver Unterschied. Bei iPhones findet ihr die Option unter *Einstellungen → Face ID & Code → Code ändern → Codeoptionen → Sechsstelliger numerischer Code*. Bei Android-Geräten variiert der Pfad je nach Hersteller, aber die Option ist fast immer vorhanden.
### 2. Vermeidet offensichtliche Muster
Keine Geburtstage, keine Jahreszahlen, keine Tasturmuster, keine Wiederholungen. Wenn eure PIN in irgendeiner Weise eine „Bedeutung" hat, die jemand anderes herausfinden könnte, ist sie nicht sicher genug.
### 3. Die Satz-Methode
Denkt euch einen Satz aus, den nur ihr kennt, und leitet daraus Zahlen ab. Beispiel: „Meine Katze frisst 3 Dosen am Tag" → Nehmt die Anfangsbuchstaben, ordnet ihnen Positionen im Alphabet zu oder nutzt die Wortlänge: 5-5-6-3-5-2-3 → PIN: 556352. Klingt kompliziert, aber nach ein paar Tagen Nutzung sitzt das in den Fingern.
### 4. Unterschiedliche PINs für unterschiedliche Geräte
Ja, das ist nervig. Ja, das ist notwendig. Wenn eure Handy-PIN dieselbe ist wie eure Bankkarten-PIN, reicht ein Shoulder-Surfing-Angriff (jemand schaut euch über die Schulter), um beides zu kompromittieren.
### 5. Nutzt einen Passwort-Manager
Für die hundert anderen Passwörter in eurem Leben gibt es Passwort-Manager. Empfehlenswerte Optionen sind Bitwarden (Open Source, kostenloser Basistarif), 1Password (hervorragende Benutzeroberfläche, besonders für Familien) oder KeePass (komplett offline, für die Paranoia-Fraktion unter euch – Nova nutzt das). Diese Tools generieren und speichern zufällige, lange Passwörter. Ihr müsst euch nur noch ein starkes Master-Passwort merken. Und nein, das Master-Passwort darf NICHT 1234 sein. Jonny.
### 6. Aktiviert die Löschfunktion
Sowohl iOS als auch Android bieten die Möglichkeit, nach einer bestimmten Anzahl fehlgeschlagener PIN-Eingaben alle Daten auf dem Gerät zu löschen. Ja, das klingt drastisch. Aber wenn euer Handy wirklich in die falschen Hände gerät, wollt ihr lieber eure Daten verlieren als eure Daten verlieren – wenn ihr versteht, was ich meine. Voraussetzung: Regelmäßige Backups. Macht Backups. Ernsthaft. Macht. Backups.
# Bonus-Tipp: Shoulder Surfing ist real
Ihr steht am Bahnsteig, entsperrt euer Handy, tippt eure PIN ein – und der Typ hinter euch hat alles gesehen. Das passiert ständig. Achtet darauf, wer hinter oder neben euch steht, wenn ihr eure PIN eingebt. Viele Smartphones bieten auch eine Option, die eingegebenen Ziffern nicht kurz anzuzeigen, sondern direkt als Punkte darzustellen. Aktiviert das.
Für echte Sicherheitsfans gibt es außerdem Privacy-Screen-Schutzfolien (Blickschutzfolien), die den Bildschirminhalt nur aus direktem Blickwinkel sichtbar machen. Gute Modelle gibt es von PanzerGlass oder EASY EAGLE – kosten zwischen 10 und 20 Euro und sind eine der einfachsten Sicherheitsmaßnahmen überhaupt.
# Fazit: Vier Ziffern zwischen dir und dem Chaos
Eure PIN ist die letzte Verteidigungslinie eures digitalen Lebens. Sie schützt eure Bankkonten, eure privaten Nachrichten, eure Fotos, eure Identität. Und trotzdem behandeln die meisten Menschen ihre PIN mit der gleichen Sorgfalt, mit der Jonny seine Zimmerpflanze behandelt – nämlich gar nicht.
Die gute Nachricht: Es dauert exakt zwei Minuten, eure PINs zu ändern. Zwei Minuten für einen massiven Sicherheitsgewinn. Steht auf, nehmt euer Handy, ändert eure PIN. Jetzt. Nicht morgen. Nicht „wenn ich mal Zeit habe". Jetzt.
Und wenn ihr euch dabei ertappt, dass eure aktuelle PIN in den Top 20 der meistgenutzten PINs auftaucht – dann wisst ihr, dass Nova irgendwo da draußen gerade die Augen verdreht.
Bleibt sicher da draußen. Und bleibt weg von 1234. ✌️
NOVA'S TIPP
Mehr zu diesem Thema findest du in unseren anderen Artikeln. Schau dich um und lerne mit Nova und Jonny!
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Häufige Fragen
Wie viele Menschen verwenden 1234 als PIN?
Eine Analyse von über 3,4 Millionen geleakten PINs hat gezeigt, dass fast 11 Prozent aller Nutzer die PIN 1234 verwenden. Das bedeutet, dass jeder neunte Mensch diese Kombination nutzt.
Warum wählen Menschen so häufig einfache PINs wie 1234?
Unser Gehirn ist nicht dafür gemacht, sich zufällige Zahlenfolgen zu merken und sucht deshalb nach Mustern wie Tastaturmustern, Geburtsjahren oder Wiederholungen. Diese Muster sind jedoch leicht zu erraten oder über Social Media herauszufinden.
Wie viel Prozent aller PINs werden durch die Top 20 häufigsten Kombinationen abgedeckt?
Die Top 20 der beliebtesten PINs decken zusammengenommen rund 27 Prozent aller genutzten Kombinationen ab. Das bedeutet, dass ein Dieb mit nur 20 Versuchen bei mehr als jedem vierten Handy Erfolg hat.